22. Juni 2026

  • Canfranc Estación

  • Jaca

  • Castejón de Sos

  • La Seu d'Urgell

Nur wenige Kilometer von Canfranc Estación entfernt, hinter dem Somport-Pass, liegt Frankreich. Von hier aus habe ich schon mehrfach die Rückreise nach Deutschland gestartet. Aber in Frankreich warten bis zu 40°C - das bringt mich auf die Idee, weiter nach Osten zu fahren und noch eine kühle Nacht z.B. in Andorra auf 2000m Höhe zu genießen.

Für so einen Fall kann man die "Pyrenäen-Achse" (N-260, Eje Pirenaico) gut gebrauchen. Diese Ost-West-Verkehrsachse ist zwar gut ausgebaut, aber man muss viele Kurven und Pässe überwinden. Und bis Andorra sind es etwa 350 km - da sollte man schon stressresistent sein.

Bisher bin ich diese Strecke immer in kurzen Etappen gefahren - mal sehen, wie weit es heute geht.

Weil ich in Canfranc Estación an der Ver- und Entsorgungsstation warten müsste (hier kommen auch gern die Wohnmobile zu Besuch, die außerhalb des offiziellen Stellplatzes parken), fahre ich zum Wohnmobil-Stellplatz beim Carrefour-Einkaufszentrum in Jaca, wo es keine Warteschlange gibt.

20260622 Jaca VE

Von Jaca bis Sabiñánigo ist die Autobahn A-23 weitgehend fertig und nutzbar. Danach geht es auf der Pyrenäen-Achse (N-260) über Fiscal und Aínsa nach Castejón de Sos.

Bis hier hin verläuft alles problemlos, aber damit ist jetzt wohl Schluss. Ein merkwürdiges Klack-Geräusch bei jedem Lastwechsel - bremsen, schalten, beschleunigen - lässt mich unruhig werden. Aber der offizielle Wohnmobil-Parkplatz in Castejón de Sos ist nicht weit, und hier werden wir erst mal eine Pause einlegen.

20260622 CastejónDeSos PP

Auf dem offiziellen Parkplatz steht man in der prallen Sonne - bei über 30°C ist das nicht lustig. Nach ein paar Fotos fahre ich wieder hundert Meter zurück zu einem schattigen Parkplatz bei einem Picknick-Bereich, wo wir die Mittagspause verbringen.

20260622 CastejónDeSos PP Ocio

Die Weiterfahrt bringt keine neuen Erkenntnisse bezüglich des Klack-Geräusches. Wenn ich besonders behutsam schalte, ist das Geräusch weniger aufdringlich, aber immer vorhanden, sogar wenn ich nur Gas wegnehme.

Aber das ist noch nicht das größte Problem!

Die N-260 ist zwar keine Achterbahn, aber so ähnlich - von 900 Höhenmeter in Castejón geht es auf fast 1500m hinauf, um dann in El Pont de Suert wieder bei 900m zu landen. Dann geht es "nur" auf 1300m hoch, bis man kurz darauf in La Pobla de Segur bis auf 600 Höhenmeter runter muss.

Irgendwo unterwegs macht sich die Bremsen-Kontrolle bemerkbar. Das gelbe Symbol im Display nervt zusätzlich zu den Klack-Geräuschen, und ich fahre ab sofort möglichst ohne Schalten und ohne Bremsen - bei dem Höhenprofil mit Serpentinen und Steigungen und Gefälle bis 10% eine echte Herausforderung.

Mir ist inzwischen klar, dass ich so nicht nach Andorra auf über 2000m Höhe fahren kann. Es ist naheliegend, kurz vor Andorra den Stellplatz in La Seu d'Urgell anzusteuern und dort eine Werkstatt zu suchen.

Als ich den Ort La Seu schon fast sehen kann, stellt sich noch ein letztes Mal ein Berg in den Weg - auf der Passhöhe Port del Cantó erreiche ich 1720m, nur um bald darauf 1000m tiefer im Tal des Río Segre anzukommen - nassgeschwitzt trotz Klimaanlage, aber das Schlimmste sollte jetzt vorbei sein.

In La Seu d'Urgell fahre ich zum offiziellen Wohnmobil-Stellplatz und atme erst einmal tief durch.

20260622 LaSeu Stp

Bei den weiterhin sehr hohen Temperaturen kann man es nur im tiefsten Schatten aushalten. Der Ortskern von La Seu ist dafür besonders gut geeignet. Hier gibt es Arkaden und enge Gassen, wo nie ein Sonnenstrahl hin kommt. Und es gibt Bars unter dichtem Laubdach - und genau dort lassen wir uns nieder.

20260622 LaSeu Schatten

 

23. Juni 2026

  • La Seu d'Urgell

  • Martinet

In La Seu d'Urgell gibt es zwar etliche Auto-Werkstätten, aber bei Wohnmobilen winken fast alle ab. Immerhin schaut sich jemand von "We Camper" die Bremsbeläge an und meint, die gehen noch... Und bei "Motor Tàrrega" hört sich jemand auf mein eindringliches Bitten hin zumindest das Klack-Geräusch an und kommt zu dem Schluss, es sei die Auspuff-Befestigung...
Einen Werkstatt-Termin gibt es aber frühestens in einer Woche - dann will ich eigentlich schon zu Hause sein.

Ich brauche noch etwas Zeit zum Nachdenken. Aber der Stellplatz in La Seu kommt für eine weitere Nacht nicht in Frage, weil auf dem Festplatz nebenan heute abend ein riesiges Feuer entzündet wird - die Fiesta de Sant Joan (Johannisfest, Mittsommernacht) geht immer mit viel Qualm, Gestank und Lärm einher, das muss ich nicht haben.

Nur wenige Kilometer entfernt gibt es den ruhigen Ort Martinet, dessen kommunaler Wohnmobil-Stellplatz uns schon vor sieben Jahren gut gefallen hat. Das ist für heute wohl das Richtige.

20260623 Martinet Stp

Bei der schon mittags hohen Temperatur von über 30°C verbieten sich körperlich anstrengende Aktivitäten von selbst. Ein kleiner Spaziergang am Rio Segre muss reichen, dann lassen wir uns zum Mittagessen in dem klimatisierten Restaurant "Arrels del Foc" nieder, wo die Steaks sehr gut schmecken und wir es sehr lange aushalten.

Anschließend ist es draußen noch heißer, und die Schönheit des Ortes kann man gar nicht richtig genießen.

20260623 Martinet

Auf Plakaten im Ort können wir lesen, dass auch in Martinet der Johannistag gefeiert wir. Das hört sich aber relativ ruhig und gemütlich an. Allerdings liegt der Festplatz wie auch in La Seu d'Urgell direkt neben dem Stellplatz, und auch hier wird ein kleines Feuer entfacht. Aber das Schlimmste kommt erst nach Mitternacht - bis 3 Uhr morgens werden immer wieder ohrenbetäubende Böller gezündet.
Wieder keine erholsame Nacht.

20260623 Martinet Feuer