Titel ButanoPropano

(Update:  24.2.2026)

Da ich immer wieder danach gefragt werde, wie es in Spanien bei einem längeren Aufenthalt mit der Gasversorgung im Wohnmobil aussieht, fasse ich in diesem Beitrag mein Wissen zu diesem Thema zusammen.

Nicht alles was ich im folgenden beschreibe, habe ich selbst ausprobiert, denn bei mir lief es ganz unkompliziert ab: der Kauf einer spanischen Gasflasche erfolgte einfach an einer Tankstelle, und seitdem tausche ich immer nur Leer gegen Voll (siehe unten, Tipp 1).

Ich habe aber alles zusammengestellt, was bei diesem Thema hilfreich sein kann.

Wie viel Gas braucht man?

Diese Frage ist natürlich nicht exakt zu beantworten. Das hängt von zu vielen individuellen Faktoren ab (z.B. Jahreszeit, Warmwasserbereitung, Kochen). Ich komme mit einer 11kg-Gasflasche (Propan) in der gemäßigten Jahreszeit etwa 3 Wochen aus, im Winter höchstens 2 Wochen, bei tiefen Temperaturen mit viel Heizbedarf kann eine Flasche schon nach einer Woche leer sein.

Das heißt, wenn man 2 x 11kg Gas an Bord hat und die Reise länger als 5 oder 6 Wochen dauern soll, muss man sich Gedanken über das "Nachfüllen" machen. Für Leute, die in Spanien überwintern wollen, ist das sowieso klar.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Das Tauschen von deutschen Gasflaschen ist im Normalfall in Spanien nicht möglich, und das Nachfüllen in der Regel nicht erlaubt (Ausnahmen siehe unten, Tipp 2).

Für einen längeren Aufenthalt kommt man also um die Anschaffung einer spanischen Gasflasche nicht herum, wenn man sich nicht einen Gastank oder eine Tankflasche ins Wohnmobil einbauen lassen will (mehr dazu siehe unten, Tipp 3).

In Spanien gibt es im wesentlichen nur zwei Anbieter von Flaschengas: Repsol und Cepsa. Beide bieten sowohl Propan-Gas als auch Butan-Gas an. Wer im Winter unterwegs ist, sollte auf jeden Fall Propan benutzen. Die Nächte können auch an der Mittelmeerküste Null Grad erreichen, und dann ist Butan nutzlos.


Repsol ist in ganz Spanien präsent, man findet überall eine Möglichkeit, die leere Gasflasche gegen eine volle zu tauschen. Normalerweise geht das bei jeder Repsol-Tankstelle.

Die (alten) Repsol-Gasflaschen erkennt man gut an ihrer auffälligen Orange-Farbe. Die Propan-Gasflaschen haben im Unterschied zu den Butan-Gasflaschen einen umlaufenden schwarzen Streifen auf dem "Propano" steht.

Inzwischen sieht man immer öfter eine neue Sorte Repsol-Gasflaschen, die bei gleichem Volumen etwas leichter und mehrfarbig sind. Allerdings bekommt man damit nur Butan, kein Propan.


Cepsa ist in manchen Provinzen etwas seltener anzutreffen, die Gasversorgung kann dann etwas schwieriger werden. Allerdings springen andere Tankstellen-Betreiber ein. So bekommt man Cepsa-Gas auch bei Shell, bp, Galp und vielen freien Tankstellen.

Die (alten) Cepsa-Gasflaschen sind entweder hochglänzende Stahlflaschen (Butan) oder grau lackierte Gasflaschen mit einem hohen eisernen Tragegriff (Propan).

Vor einigen Jahren hat Cepsa eine neue Generation Gasflaschen eingeführt, die durch dünneren Edelstahl und einem farbigen Kunststoff-Tragegriff deutlich leichter sind. Statt über 13 kg wiegt die leere Flasche nur noch gut 7 kg. Das ist schon fast so leicht wie eine deutsche Alu-Gasflasche (etwa 5.5 kg).

Durch den farbigen Tragegriff sind die Gassorten gut zu unterscheiden: Rot ist Butan, Blau ist Propan.

Hinweis:
Die Firma Cepsa wurde 2024 umbenannt in Moeve. Der Markenname Cepsa wird aber wohl noch lange vor allem für die Flüssiggas-Sparte benutzt werden, die bisherigen Cepsa-Tankstellen erhalten aber nach und nach den neuen Schriftzug und die neue Farbe Blau (statt wie bisher Rot).

Spanische Gasflasche kaufen

Der offizielle Kauf einer spanischen Gasflasche ist immer mit dem Abschluss eines Liefervertrags verbunden. Man kann also in der Regel nicht einfach zu einer Repsol- oder Cepsa/Moeve-Tankstelle gehen und dort eine neue Gasflasche kaufen, sondern man muss erst einen Verkaufsagenten aufsuchen und dort einen Vertrag machen. Oft kann man dort auch gleich eine Gasflasche mitnehmen, manchmal ist der Verkaufsagent auch gleichzeitig eine Tankstelle.

Die nächstgelegene Agentur (Agencia Distribuidora oder Servicio Oficial) findet man im Internet auf der Repsol-Webseite bzw. auf der Cepsa-Webseite.

Bei der Firma Repsol kann man auch eine Gasflasche online kaufen, und zwar in zwei Etappen: auf der Webseite stellt man den "Lieferantrag" mit Erfassung der persönlichen Daten (Name, Telefon, eMail, Ausweisnummer, ...) und bekommt dann per eMail einen Code, mit dem man schließlich an einer Repsol-Tankstelle die bestellte Gasflasche abholen kann.
Gleich auf der ersten Seite wird die Angabe einer spanischen Adresse erwartet - hier kann man z.B. irgend einen Campingplatz angeben. Diese Information ist für eine Lieferung-nach-Hause gedacht und im Falle einer persönlichen Abholung an einer Tankstelle irrelevant.

Hinweis
Das deutsche Wort "Gasflasche" ist in der spanischen Sprache das Wort "Bombona", nicht "Botella" (Flasche). Aber jeder Tankwart oder Verkäufer weiß was gemeint ist, wenn ein Tourist "Botella de Propano" sagt. 

Alternative Anschaffung

Ich kenne nur wenige Wohnmobilisten, die den oben beschriebenen offiziellen Weg zur Anschaffung einer spanischen Gasflasche gegangen sind. Es gibt nämlich auch die Möglichkeit, eine Gasflasche über nicht-offizielle Quellen zu besorgen.

Oft kann man von anderen Wohnmobilisten eine Gasflasche übernehmen. Man kann sie auch auf Flohmärkten oder bei Auktionen bzw. Kleinanzeigen im Internet erstehen.

Vereinzelt gibt es wohl auch auf Campingplätzen oder Stellplätzen spanische Gasflaschen zu kaufen. Wieweit das offiziell ist, weiß ich nicht, aber Fragen kostet ja nichts.

Wenn man erst einmal eine spanische Gasflasche hat, egal wie alt (auf das Prüfdatum hat noch nie jemand geschaut), kann man sie problemlos immer wieder gegen eine Volle eintauschen. Noch nie hat jemand von mir einen Vertrag sehen wollen. 

Spanische Gasflasche anschließen

Die spanischen 11kg-Gasflaschen von Repsol und Cepsa haben im wesentlichen die gleichen Abmessungen wie die deutschen 11kg-Gasflaschen. Sie sollten also problemlos deren Platz einnehmen können.

Während an den deutschen Gasflaschen regelmäßig ein Absperrhahn fest angebaut ist, haben die spanischen Gasflaschen nur einen Kugelventil-Verschluß. Um diesen zu öffnen benötigt man einen speziellen Absperrhahn mit einer sogenannten Clip-on Befestigung, den man separat in Spanien z.B. in einer Ferreteria (Eisenwarenhandlung/Baumarkt) für etwa 10-20 € kaufen muss.

Fälschlicherweise wird dabei oft von einem "Regler" gesprochen. Es handelt sich aber nur um ein einfaches Auf-Zu-Ventil. Der im Wohnmobil vorhandene Gasdruckregler wird weiter benutzt.

In Spanien nennt man das Teil meist "Regulador" (Regler) auch wenn es nur ein "Válvula" (Ventil) ist.

Die Ventile mit dem roten Drehknopf lassen beim Öffnen den vollen Flaschendruck durch, weshalb sie in Spanien nur für den Gebrauch im Freien zugelassen sind. In Deutschland zählt das abgeschlossene Gasfach nicht zum Innenraum, deshalb ist meiner Meinung nach dieses einfache Ventil zulässig. Wer sicher gehen will, kauft einen Regulador mit einem schwarzen Drehknopf. Damit wird der Gasdruck auf ungefährliche Werte (1-2 bar) reduziert, man benötigt aber zwingend weiterhin den deutschen Gasregler, der ja bekanntlich nur 30 mbar durchlässt.

Um den deutschen Gasschlauch an die spanische Gasflasche anschließen zu können, benötigt man noch einen Gewinde-Adapter, den man im Camping-Zubehörhandel erwerben kann. Normalerweise bekommt man ein Euro-Gasflaschen-Set mit vier verschiedenen Adaptern. Für Spanien benötigt man nur die Nr.4 aus dem Set (kann man auch einzeln kaufen).

Insgesamt sieht der Anschluss im einfachsten Fall dann so aus:

  • Spanische Gasflasche
  • Spanischer Absperrhahn
  • Gewinde-Adapter Nr.4
  • Deutscher Gasschlauch
  • Deutscher Gasdruckregler

Hinweis
Inzwischen kann man die Kombination "Absperrhahn + Gewinde-Adapter" schon als fertigen Anschluss im Camping-Zubehörhandel kaufen. Man findet Online-Angebote leicht mit dem Suchbegriff "Clip-on Jumbo Adapter".

Gasanlage


Tipp 1:

Ich habe meine Cepsa-Gasflasche ganz einfach bei einer normalen Tankstelle gekauft, und zwar bei der freien Tankstelle in La Marina (GPS: 38.1437, -0.6641), in der Nähe von Alicante.

Das ist allerdings schon einige Jahre her. Aber die Tankstelle und den Gas-Service, zumindest für Cepsa, gibt es immer noch.

Wenn ich heute eine spanische Gasflasche kaufen wollte, würde ich einfach bei den Tankstellen nachfragen. Immerhin will jeder ein Geschäft machen, und irgend jemand wird dann auch eine Gasflasche verkaufen. Vielleicht würde ich nicht direkt bei einer Cepsa- oder Repsol-Tankstelle fragen - die haben möglicherweise konkrete Anweisungen aus ihrer Führungsetage. Ich würde mich wieder an eine freie Tankstelle wenden.

 

Tipp 2:

  • An der Tankstelle "RaspaOil" in Mazarrón (Region Murcia, GPS: 37.5929, -1.3166) kann man deutsche Gasflaschen mit Autogas (LPG) füllen lassen.
  • An der Tankstelle "PolaGas" in Santa Pola (Provinz Alicante, GPS: 38.2088, -0.5789) kann man deutsche Gasflaschen mit Autogas (LPG) füllen lassen.
  • Auf dem Wohnmobil-Stellplatz "La Ribera" in San Javier (Region Murcia, GPS: 37.8039, -0.8161) kann man deutsche Gasflaschen füllen lassen - ob mit Propan oder mit Autogas (LPG) ist unklar.

Hinweis
Es wird immer wieder behauptet, dass das Füllen von nicht fest installierten Gasflaschen in Spanien grundsätzlich verboten ist. Ein derartiges allgemeines Verbot ist mir nicht bekannt. Selbstverständlich benötigt man für solche sicherheitsrelevanten Aktionen eine entsprechende Genehmigung. Ich gehe davon aus, dass Firmen, die das Füllen von Gasflaschen anbieten, die nötigen technischen Vorraussetzungen und Genehmigungen haben.

 

Tipp 3:

Ein Gastank für Autogas (international: LPG, spanisch: GLP) ist eine gute Lösung für die Gasversorgung im Wohnmobil bei Langzeit-Aufenthalt im Ausland.

Auch in Spanien gibt es inzwischen eine große Anzahl an LPG-Tankstellen, und da man ja jederzeit den Tank auffüllen kann und nicht erst warten muss, bis er leer ist (wie bei einer Gasflasche) wird es in der Regel nie zu Engpässen kommen.

Eine interaktive Landkarte mit den aktuellen Autogas-Tankstellen in Spanien findet man im Internet bei myLPG.eu auch in deutscher Sprache.